Island - zwischen Feuer und Eis

Island - zwischen Feuer und Eis

Mietwagenrundreise

05.Juli 2018 - 16.Juli 2018

ursprünglicher Westen

Nach unserer Ankunft am Flughafen Keflavik erfolgte sogleich die Übernahme des Mietwagens. Diese verlief reibungslos und so konnten wir keine halbe Stunde später unseren roten Blitz (Hyundaii I10) in Empfang nehmen.

Unser RoadTrip durch Island konnte beginnen. Die erste Strecke führte uns durch die Hauptstadt Reykjavik und der Westküste entlang bis zur Halbinsel Snaefellsnes. Reykjavik planten wir am Ende unserer Reise ein. Da unser Bungalow erst ab 16.00 Uhr bezugsfertig war (auch Check-In scheint in Island vor 16.00 Uhr grundsätzlich nicht möglich zu sein) entschieden wir uns für die Kurzwanderung von Arnarstapi nach Hellnar und wieder zurück. Der 1-stündige Spaziergang entlang der Küste und längst erloschener Lavafeldern bietet eine traumhafte Aussicht auf Meer und Vulkan und war ein Highlight gleich zu Beginn unserer Ferien.

 

Der zweite Tag war zu Anfang geprägt von der lieblichen Landschaft der Snaefellsnes-Halbinsel und dem dominanten Gletschervulkan Snaefellsjökull. Dieser ist übrigens bekannt als der Einstiegsort zum Mittelpunkt der Erde des gleichnamigen Romans von Jules Verne. Faszinierend und gleichzeitig etwas beängstigend ist die Vielzahl der Vögel in dieser Region. Besonders die hübschen Krias (Küstenseeschwalben) können durchaus aggressiv ihren Nachwuchs verteidigen und auch die stattlichen Möwen wollten sich ab und an mit unserem Hyundaii messen. Glücklicherweise ohne nennenswerte Schäden – auf beiden Seiten!

Weiter ging’s auf der Ringstrasse (Nr. 1) entlang unzähliger Fjorde bis nach Hvammstangi auf der Vatnsnes-Halbinsel. Diese ist bekannt für seine Robben und Seelöwen und so konnten wir am darauffolgenden Tag doch einige dieser Tiere bewundern. Das Seelöwenmuseum ist jedoch nur bedingt zu empfehlen. Es scheint in den 90er Jahren stehen geblieben zu sein.

Kurzwanderung: Arnarstapi - Hellnar
Kurzwanderung: Arnarstapi - Hellnar
Kurzwanderung: Arnarstapi - Hellnar
junger Kria
einziger heller Sandstrand
Stykkisholmur
Seelöwen auf der Vatnsnes-Halbinsel

beschaulicher Norden

Der Norden Islands steht für seine rauen Küsten, für die Walhauptstadt Husavik und die Seenregion um Myvatn. Die folgenden Tage verbrachten wir in dieser vielfältigen Region. Auf dem Weg in Richtung Norden hielten wir an einigen hübschen Örtchen, die meisten mit kaum mehr als ein paar hundert Einwohnern, und genossen einige landestypische Speisen. Sehr zu empfehlen ist der Ort Siglufjördur mit seinem charmanten Hafen und einigen guten Restaurants. Mit Akureyri befindet sich die zweitgrösste Stadt Islands im Norden. Die Fussgängerzone ist schön gestaltet und es lohnt sich die Kleinstadt (ca. 18‘000.00 Einwohner) zu besuchen.

 

Die Landschaft um Myvatn ist gewaltig und mystisch zugleich. Im Mittelpunkt steht der See Myvatn, welcher auch für seine riesigen Mückenschwärme bekannt ist. Wir blieben glücklicherweise davon verschont. Besonders spektakulär sind die Pseudokrater, welche zu Fuss umrundet werden können. Des Weiteren kann das geothermale Feld Hverir mit einigen blubbernden Schlammlöchern und dampfender Erde und das bizarre Lavafeld Dimmuborgir besichtigt werden. Ein absolutes Muss und eine gute Alternative zur Blauen Lagune sind die Myvatn Nature Baths. Die heissen Quellen bieten einen fantastischen Blick über die karge Vulkanlandschaft. Mit einer Wassertemperatur von ca. 36 – 40 Grad sind sie der ideale Spot um sich nach einem langen (kühlen) Tag zu erholen.

 

Husavik verfügt über einen hübschen Hafen, welcher das Zentrum des Städtchens bildet. Von hier starten stündlich kleine Schiffe und Eichenboote um auf Walsafari zu gehen. Und tatsächlich erblickten wir nach ca. 45min Fahrt den ersten Buckelwal. Nebst diesen sanften Riesen sieht man auch einige putzige Puffins (Papageientaucher) und viele Delfine. Aufgrund der vielen Nährstoffe und Mineralien in der Bucht, stehen die Chancen, verschieden Wale zu sehen extrem gut. Die Tour ist deshalb absolut zu empfehlen. Auf der Rückfahrt nach Husavik wird man mit einer himmlisch duftenden Hot Chocolate und leckeren Cinnamon Rolls verwöhnt.

Siglufjördur
geothermales Feld Hverir
geothermales Feld Hverir
Pseudokrater am Myvatn
auf Walsafari
Buckelwal
Buckelwal

gegensätzlicher Osten

Der weitere Weg in Richtung Osten führte uns an spektakulären Wasserfällen (Dettifoss & Selfoss) vorbei und einer wunderschönen Passstrasse entlang. Die Künstlerstadt Seydisfjördur ist für eine Übernachtung absolut zu empfehlen. Die Ostfjorde gehören zu den schönsten in ganz Island. Schroffe Klippen, grüne Wiesen und türkisblaues Meer wechseln sich stetig ab und machen die Fahrt einmalig. Mit etwas Glück sieht man hier auch Rentiere – ein Überbleibsel der norwegischen Herrschaft. Bereits auf dem Weg in den Süden erblickt man immer wieder Ausläufer des majestätischen Gletschervulkans Vatnajökull. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Gletschersees Jökulsarlon. Riesige Eisschollen lösen sich vom Gletscher und lassen sich mit Hilfe des kurzen Stroms Jökulsa in das offene Meer treiben…

Dettifoss
Selfoss
Jökulsarlon
Jökulsarlon
Jökulsarlon
Jökulsarlon
Apéro in Seydisfjördur
Ostfjorde
Ostfjorde

stürmischer Süden

Der Süden wird vom beeindruckenden Gletschervulkan Vatnajökull beherrscht. Die Ausläufer tauchen entlang der Ringstrasse immer wieder auf und bieten die Möglichkeit ganz nah an den Gletscher heranzutreten. Auch geführte Gletscherwanderungen sind möglich. Im Kontrast dazu steht die Küste mit seinen schwarzen Lavastränden und starkem Wellengang. Ein Geheimtipp im Süden ist der Fjadrargljufur-Canyon. Zwei imposante Wanderwege (einer durch die Schlucht inkl. Waten, der zweite befestigt und der Klippe entlang) führen ins Landesinnere.

Direkt neben der Hauptstrasse erstreckt sich das komplett von Moos bewachsene Lavafeld Eldhraun – ein Zeitzeuge des katastrophalen Ausbruchs der Laki-Spalte im Jahr 1783/1784. Der Skogafoss gilt als einer der schönsten Wasserfälle Islands und ist ebenfalls direkt von der Ringstrasse erreichbar.

Gletschervulkan Vatnajökull
Fjadrargljufur-Canyon
Lavafeld Eldhraun
Skogafoss
Küste bei Vik
Islandpferde

Reykjavik und der Golden Circle

Auf der ersten Island-Reise darf der berühmte Golden Circle natürlich nicht fehlen. Die Rundfahrt beginnt nicht weit von Reykjavik entfernt und bietet gleich drei der Top-Sehenswürdigkeiten Islands. Auf der rund 300km langen Strecke erhält man einen guten Eindruck, welche Naturphänomene auf Island zu erwarten sind. Besonders beeindruckend ist der Ort Pingvellir, eines der ältesten Parlamente der Welt, welcher sich im Grabenbruch zweier tektonischer Platten befindet. Ebenso faszinierend sind der Strokkur-Geysir, der regelmässig im 10minuten-Takt ausbricht sowie der bekannte Wasserfall Gullfoss. Das Wasser stürzt spektakulär über zwei Stufen hinab in die Tiefe.

 

Nach 9 ereignisreichen Tagen mit dem Mietwagen endete unsere Rundreise in der Hauptstadt Islands; Reykjavik!

Die grösste Stadt der Insel ist dennoch überschaubar und kann gut zu Fuss erkundet werden. Das grösste Wahrzeichen der Stadt ist die Hallgrímskirkja, welche über der Stadt thront und von jedem Ort sichtbar ist. Auch hier spürt man die Verbundenheit der Isländer zur Natur; die Fassade wurde den häufig vorkommenden Basaltsäulen und die weisse Farbe den Gletschern nachempfunden. Im Kontrast dazu steht das moderne Oper- und Konzerthaus der Stadt. Praktisch komplett aus Glas gebaut, erstrahlt die Harpa in den unterschiedlichsten Farben. Die Fussgängerzone in der Innenstadt ist klein aber charmant und viele interessante Lokale laden zum Essen und Trinken ein – ein wahrlich gelungener Abschluss!

Pingvellir
Pingvellir
geothermales Feld
geothermales Feld
Strokkur-Geysir
Gullfoss
Hallgrímskirkja
Fussgängerzone in Reykjavik
Reykjavik
die Harpa